Für eine soziale Lösung der Corona Krise

Die Ereignisse überschlagen sich. Die Regierung spielt sich in der derzeitigen Krise als starker Akteur auf, der entschlossen gegen die Corona Epidemie ankämpft. Aber stimmt das?

Wir sollten nicht einfach nachbeten, was Regierungssprecher und ihre Medien uns vorsetzen, sondern unser unabhängiges Denken und Handeln bewahren. Corona ernst zu nehmen und seine Ausbreitung zu bekämpfen bedeutet auch die sozialen Konsequenzen dieser Krise mitzudenken und

entsprechend zu handeln. Das macht die Regierung eben nicht. Und das hat sie auch gar nicht vor.

Arbeiten müssen und dann Zuhause bleiben?

Es ist auch erst einmal richtig, angesichts einer Epidemie zu Hause zu bleiben, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. Aber wieso müssen dann so viele Menschen noch arbeiten gehen?

Manche Großbetriebe – die es sich leisten können oder von der Regierung unterstützt werden – schließen jetzt oder sind bereits geschlossen. Andere müssen weiter offenbleiben, weil sie dazu gezwungen sind. Denn der Kapitalismus zwingt die Unternehmen Profit zu machen, sonst gehen sie

unter. Gesundheit bleibt da auf der Strecke. Viele Fälle zeigen genau das. Unternehmen mit Corona Fällen in der Belegschaft bleiben weiterhin offen und die Belegschaft wird unzureichend oder gar nicht informiert.

Darum: Alle nicht notwendigen Betriebe müssen geschlossen werden, das Geld für die ArbeiterInnen darf nicht an Unternehmen verschwendet werden, die damit die seit Herbst herrschende Wirtschaftskrise abwenden, sondern muss direkt an die Beschäftigten gehen.

Wir haben ein exzellentes Gesundheitssystem“ -Angela Merkel

Der Grund, warum wir zu Hause bleiben müssen und uns „sozial distanzieren“ sollten, liegt nur teilweise bei der Corona-Epidemie. Der Hauptgrund ist, dass unser Gesundheitssystem seit Jahrzehnten abgebaut und neoliberal zerschossen wurde und die Epidemie kaum bewältigen kann.

Es ist wegen der herrschenden Politik schon lange instabil, nicht erst seit Corona. Die gleichen Politiker, die jetzt den Einsatz der Pflegekräfte loben, haben die Pflegekraftkrise, die geringen Löhne und den Stress im Gesundheitssystem zu verantworten.

Was gerade Pflegekräfte, SupermarktkassiererInnen und Rettungskräfte leisten ist großartig, aber ihr Stress hätte nicht sein müssen und der Dank an sie ist nicht nur in Krisenzeiten berechtigt.

Deshalb: Massiver Ausbau des Gesundheitssystems, auch langfristig und nicht nur in Bezug auf die Epidemie. Gefahrenzuschlag für Menschen in Risikobereichen. Forschung an Medikamenten muss gesellschaftlich organisiert werden und darf nicht mehr aus Profitinteresse passieren. Forschung und Wissenschaft müssen den Menschen dienen, nicht dem Geld.

Der Staat lässt Menschen alleine – wortwörtlich!

Kindergärten, Kitas, Spielplätze (!) und Schulen geschlossen. Alles gut? Epidemie gestoppt? Das weiß man natürlich noch nicht, das braucht Zeit, aber die Maßnahmen die das Leben der Menschen einschränken, haben nicht beachtete soziale Folgen. Wer arbeitenden Eltern jetzt einfach die

Aufsicht auf ihre Kinder überträgt, ohne die Eltern irgendwie zu entlasten und gleichzeitig jede soziale Aktivität (wie etwa das Spielen auf Spielplätzen) einschränkt – der handelt zynisch.

Man darf Epidemie Maßnahmen nicht losgelöst von ihren sozialen Folgen beachten. Eltern müssen bei ihrer Arbeit entlastet werden. Gleichzeitig muss beachtet werden, dass Menschen ihre laufenden Kosten noch zahlen können, Lohnausfälle müssen verhindert werden bzw. aufgefangen werden.

Wohnung, Lebensmittel, Strom- und Wasserversorgung – das sind Grundrechte der Menschen, sie müssen verteidigt werden. Möglichkeiten um die sozialen Folgen der Corona-Krise aufzufangen wären etwa Bezahlter Urlaub, absoluter Kündigungsschutz und eine finanzielle Existenzsicherung

für alle Menschen, etwa in Form von Grundeinkommen.

Solidarität und Zusammenhalt statt Vereinzelung und Egoismus

Leer gekaufte Supermärkte, Panik, Abschottung – das sind Zeichen der Angst. Angst die nicht berechtigt wäre, wenn diese Wirtschaft und diese Gesellschaft ein stabiles System wäre. Wenn Krisen die soziale Sicherheit sofort abschaffen können, ist es Zeit für ein anderes System.

Chaotisches Wirtschaften ohne Koordination, ungeregelte Anhäufung von Produkten, Verschwendung von Arbeitskraft und Kreativität, Lebenszeit nur für die Profite weniger. Das sind zentrale Probleme die vor, während und nach der Corona Epidemie bestanden, bestehen und bestehen werden.

Wenn dieser Staat es nicht schafft die sozialen Folgen der Krise abzufedern müssen wir das selbst tun. Wir – die Pflegekräfte, ErzieherInnen,  ArbeiterInnen, Angestellten – wir haben diese Gesellschaft aufgebaut, es ist unsere Arbeit die sie am laufen hält. Wir brauchen wirklich niemanden der die Profite unserer Arbeit klaut. Wir brauchen ein Gesellschaftsmodell, das sich nicht nach Profiten orientiert sondern nach den Bedürfnissen der Menschen.

Deshalb: Solidarität organisieren – zum Beispiel bei Solidarisches-Stuttgart.org!

Das ist eine Inititiative von politisch Aktiven aus dem „Linken Zentrum Lilo Herrmann“. Wir versuchen dort zu unterstützen, wo der Staat versagt und Menschen alleine gelassen werden.

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